Vom Ankommen

Navigation und Wetter Teil 1.

Angekommen bin ich bis jetzt immer, nur nicht immer da, wo ich ursprünglich hin wollte.
Es gibt tolle Handbücher, super Seekarten, Zirkel und Dreiecke, Lot und Logge, Kompasse, Ferngläser mit eigebautem Kompass, Selbststeueranlage mit eingebautem Kompass und Sportbootkurse, wo man alles das auch zu benutzen lernt.

Mit dem GPS und Wegpunktnavigation, mit Plottern oder moderner mit iPhone und iPad (iPlott?), ist das Berechnen und Halten von Kursen sehr einfach und eigentlich auch sicher, wenn man zwischen nächstem Wegpunkt und der momentanen Position nicht gerade über das nächste Kap springen soll, was auf der Karte einfach ist, aber in der Realität eindeutig mit einer Grundberührung einhergeht. Was also auf der Karte noch spielend zu bewerkstelligen ist, also die Kurslinie über Land zu ziehen, ist in der Natur schwieriger zu realisieren.

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Kursplanungen wie im SFS-, oder SKS-Kursus habe ich mir nie so richtig angewöhnt, beziehungsweise gleich wieder abgewöhnt.

Denn es gibt einen entscheidenden Faktor, der über allen Plänen, Kartenkursen und bunten Grafiken liegt und mit einem Zug jede Planung über den Haufen wirft: das Wetter.

-Von wegen Freiheit auf dem Wasser. Du hast zu tun was der Chef dir sagt. Dein Chef ist der Wind, und seine Strafe ist die Welle. (Richtig gesagt muss es natürlich See heißen, klingt aber doof.)

Wenn wir uns auf dem Wasser verabreden wollen, kann ich dir an einem Treffpunkt nicht sagen wann ich dort bin und zu einem Zeitpunkt nicht sagen wo ich dann bin.

-Wenn ich mich entscheide dem Wind die Stirn zu bieten, also gegen den Wind zu kreuzen, bedeutet das im günstigsten Fall eine Verdoppelung des Weges, der Zeit und des Kraftaufwandes.

-Gegenan zermürbt.

Also ist die viel wichtigere Bedeutung von Navigation, neben nicht auf Grund zu laufen, zu entscheiden, wo will der Wind mich hinhaben, und was kostet es mich an Kraft, Material und gegebenenfalls Lebenserwartung. Zu wissen, wann gebe ich auf oder laufe garnicht erst aus, und wie gehe ich damit um, wenn mein Ziel in weite Ferne rückt, ist die eigentliche Philosophie.

Also benötige ich vor jeglicher navigatorischer Tagesgestaltung den Wetterbericht und Wetterdaten.

Vor zwei, drei Jahren habe ich mir noch den Wecker auf 06:40 UTC+2 gestellt und habe am ALDI-Weltempfänger auf MW oder LW den verrauschten Seewetterbericht vom DWD auf Deutschlandfunk gehört und gleichzeitig in einer Art Seewetterstenografie in mein Logbuch gekritzelt. Ich will das auch nicht verunglimpfen, das ist immer noch die einfachste Methode irgendwo an einen Wetterbericht zu gelangen, insofern man einen Wecker hat.
Aber heute finde ich es chick, morgens beim Kaffee diverse Wetterapps aufzurufen und dabei „Delta Pappa Null Sieben“ schwarz über UKW Seefunk zu hören.

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Ich lese mir übrigens grade die Seite von DP07 durch und bin beim Antragsformular, also für 80€ im Anmeldejahr muss der zugangsgesperrte Internet-Bereich echt gut sein, denn in Nord-Fyn zum Beispiel empfange ich die schon nicht mehr.
Aber DP07 ist auf jeden Fall eine unterstützenswerte Institution.

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Eine Antwort zu Vom Ankommen

  1. syliebelein schreibt:

    Hallo! Toller Blog! Freue mich schon auf mehr!
    Gruss Denise

    p.s. klasse Aufteilung im Logbuch 😉

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