Autopiloten

John Maynard

John Maynard!
„Wer ist John Maynard?“
„John Maynard war unser Steuermann,
aushielt er, bis er das Ufer gewann,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron‘,
er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.“…

Theodor Fontane

Das wichtigste Besatzungsmitglied in meiner Crew ist John Maynard mein Steuermann, der Eisenarm, der Autopilot, oder besser Pinnenpilot.
Da ich ja doch oft alleine unterwegs bin, ginge das Segeln ohne ihn gar nicht. Segel setzen, Segel bergen, Segel wechseln oder reffen, nach dem Motor oder in die Karte sehen, oder aufs Klo gehen wäre sehr schwer möglich.
Und eigentlich geht es ja gar nicht ums Steuern, so wie im Fahrwasser, sondern ums Kurshalten auf offener See. Kurshalten kann ich nicht. Ich bin ständig von anderen Tätigkeiten abgelenkt und würde sowieso viel lieber einfach nur da sitzen und umherschauen, wenn mal nichts zu tun ist.
Also warum ich, wenn es John Maynard viel besser kann.

Auf Winifred, der Etap 22 die ich vor Aschanti gesegelt bin, war eine Autohelm ST1000+ mein treuer Steuermann. Auf der Victoire 26, die das doppelte an Verdrängung hat, war diese wohl etwas überfordert und hat im letzten Jahr die Grätsche gemacht.

20130331-144155.jpg

An Bord war noch als Ersatzgerät eine uralte ST800, die mit den eckigen Knöpfen, ohne Display. Das Gerät ging überhaupt nicht und darf als Ersatzgerät vom Ersatzgerät vielleicht an Bord bleiben.

Bei EBAY Kleinanzeigen habe ich dann eine neuere SIMRAD TP 10 gekauft. Wenn man das umständliche Trimmen erstmal bewältigt hat ist sie ganz brauchbar. Dieses Gerät hat aber ein entscheidendes Manko. Sie geht einfach aus, wenn sie den Kurs nicht halten kann. Ohne Piepton, ohne Alarm, und das immer voll aus- oder eingefahren, also bei Ruderlage. Wenn ich dann gerade auf dem Vorschiff bin, folgt gnadenlos die Patenthalse. Also wird sie zum Ersatzgerät degradiert.
Bewertung: unzuverlässig, gefährlich.

Nun habe ich mich mit der Idee der Anschaffung einer Raymarine ST2000+ (ehemals Autohelm) angefreundet. Die ist durchaus großzügig dimensioniert. Zumindest laut Herstellerangaben.
In verschiedenen Segelforen ist nun aber die Qualität sämtlicher dieser Pinnenpiloten heftig kritisiert worden. Zu dünn, zu schwach, zu Plastik und undicht. Also ich kann die Argumente der „Forumexperten“ gut nachvollziehen, so wie es im alten ST1000+ nach seiner Eröffnung von innen aussah. Also dann doch nicht?

Die eleganteste Lösung ist sicherlich der Raymarine SPX-5 Pinnenpilot. Diese Anlage wird im kompletten Schiff verbaut. Ein hydraulischer Arm bewegt die Pinne so wie zuvor. Die Bedieneinheit wird zentral ins Cockpit gebaut. Der Fluxgatekompasssensor wird an den bewegungsärmsten Punkt mittschiffs gesetzt. Alle Komponenten werden dann mit dem Kurscomputer mit eingebauten Gyroskop verbunden. Diese Anlage interagiert mit jeder Schiffsbewegung und geht butterweich durch die See. Ist aber nicht ganz billig und bedeutet einen erheblichen Einbauaufwand für mich.
http://youtu.be/czikxpzYjVI

Was tun? Soll ich den finanziellen Kompromiss, in Form des ST2000+, wählen? Dann werde ich sicher irgendwann wieder nach den Windsteueranlagen schielen. Und ich werde mich garantiert ärgern, wenn ich bei achterlichem Wind ans Steuer muß, weil sie es nicht bringt, obwohl ich eigentlich lieber Segelfläche verkleinern würde, geht aber nun nicht mehr, ich habe nämlich ausgerechnet bei „John Maynard“ gespart.

Also doch besser die große Anlage SPX-5? Die mit dem Zentralen Nerven System. Am Ende läuft es darauf hinaus, oder?

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