Samsø – Grenå – Anholt

Samsø, Donnerstagmorgen

Nach dem ich im Stavns Fjord auf Samsø einen Tag festhing, flaute der Wind, am Donnerstagmorgen, allmählich ab.
Mit verkleinerten Segeln fuhr ich los. Der Himmel zeigte sich heute wieder von seiner sonnigsten Seite, es war allerdings bitterkalt.
Draußen rollte die See von achtern heran und der erste Tag mit Bewegung auf dem Wasser, war sehr angenehm. Vorsorglich hatte ich eine Tablette gegen die Seehrankheit eingenommen, es wäre aber sicher auch ohne gegangen.

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Grenå, Donnerstagabend

Auf dieser Route durchs Kattegat komme ich an Granå nicht vorbei. Grenå ist in erster Linie ein Industriehafen, der eine, für dänische Verhältnisse, eher triste Stadt am leben hält.
Bei meiner Ansteuerung hatte ich übersehen, daß der Yachthafen eine eigene Einfahrt hat, und bin zielstrebig in das Areal der Berufsschifffahrt eingedrungen.
Nach dem ich letztendlich dann doch bemerkte, daß ich hier nur einen Liegeplatz für achtzig, und nicht für acht Meter bekäme, änderte ich den Kurs. Die Liegegebühren hätten meine finanziellen Mittel nachhaltig beeinträchtigt.

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Grenå, Freitagmorgen

Mein nächstes Etappenziel sollte Anholt sein. Die kleine Insel mitten im Kattegat. Sie ist eines meiner bisher unerreichten Reiseziele.
Nun wehte aber der Wind genau von dort, und das nicht gerade wenig. Allerdings sagte der Wetterbericht eine Windänderung, auf Nord drehend, voraus.
Das war meine Chance, bevor ich über das Wochenende in Grenå eingeweht worden wäre.
Also weg von hier.
So bin ich dem angesagten Wind, der mich nach Anholt bringen sollte, schon mal mit dem Motor entgegen gefahren.
Ich hatte vorsorglich keine Tablette gegen die Seekrankheit eingenommen. Ein Fehler, den es da draußen sofort zu korrigieren galt. Und noch ein Reisekaugummi obendrauf, für die Akutphase.
Anderthalb Meter Welle direkt von vorn sind ganz anders zu bewerten, als von achtern. Der Abstand zwischen den Wellengipfeln verkürzt sich durch die Fahrt voraus. Ab und an klatscht dann der Bug aus dieser Höhe direkt ins Wellental und bremst die Fahrt abrupt ab. Kotz.

Nach einer Stunde blies es dann aus der erhofften, und erwarteten, Richtung. Es bewahrheitete sich, auch dieses Mal, daß ein Segelboot, das segelt, viel stabiler im Wasser liegt. Es schmiegt sich perfekt, auf der „Backe“ liegend, an die Kontur der Wellen an.
Wärend John Maynard, mein Steuermann http://wp.me/p39pNi-gT, wieder die ganze Arbeit tat, lag ich die nächsten Stunden apathisch im Cockpit, ob der dämpfenden Wirkung der Tabletten willen.

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Anholt, Freitagabend

Um es kurz zu machen, ich bin auf Anholt angekommen denn am Schluß wurde es nochmal ekelig, mit Wind und Welle und so.
Mein uneingeschränkter Dank gilt hierbei John Maynard, dem Seuermann, der beim aufkreuzen die Wenden für mich fuhr und Aschanti verläßlich auf Kurs hielt, als ich zum Segelbergen aufs Vorschiff mußte, bei nunmehr annähernd zwei Meter See, kotz.

John Maynard, den Steuermann, kann ich leider nicht nach vorne schicken, denn er hat nur einen Arm.

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Fähre nach Anholt

Es gibt komfortabelere Möglichkeiten nach Anholt zu reisen. Aber Abends hatte ich die Fähre Anholt wieder eingeholt und im Schutz ihres Windschattens, konnte ich langsam im Hafenbecken treiben, um das Boot zum Anlegen klarzumachte.

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3 Antworten zu Samsø – Grenå – Anholt

  1. Karsten Brandt schreibt:

    Hey Max,
    Schöne Grüsse aus dem regnerischen und ebenso kalten Verden.
    Wollte doch mal gucken wo du dich so rumtreibst. Dein Blog liest sich gut, halte uns also auf dem Laufendem.
    Weiterhin eine gute Reise, den richtigen Wind und kleine Wellen.

    Viel Spaß und Gruß
    Karsten

  2. Gabriele Woehl-Schulze schreibt:

    Hey Maximilian, wie schön das es den John Maynard gibt, ein sicherer Begleiter der nicht nervt und dummes Zeug erzählt. Für mich ist es sehr beruhigend… ………
    Es ist schön dich in der „Segelsuppe“ auf deiner Reise begleiten zu können und sehr interessant deine Reiseroute nachvollziehen zu können, dabei auch zu wissen wie es dir geht. Hoffentlich wird der Wind und die Wellen bald weniger.

    Grüße Gabriele

  3. Johnk711 schreibt:

    Write more, thats all I have to say. Literally, it seems as though you relied on the video to make your point. You clearly know what youre talking about, why throw away your intelligence on just posting videos to your weblog when you could be giving us something enlightening to read? dagkkgbdeedg

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