Zwischenstand

Lysekil, oder wo auch immer

Ich habe heute bis zehn Uhr ausgeschlafen. Ich dachte immer das könnte ich nicht mehr. Der Preis des Schichtdienstes und so. Geht aber doch. Nun hat mich aber um zehn der Hafenmeister geweckt, und ich habe vorsichtshalber gleich für zwei Nächte bezahlt. Ich wußte ja nicht wie lange das Ausschlafen noch so geht. Ging dann aber nicht mehr, ich wollte, schon einmal wach, lieber Kaffee.

Das war übrigens der erste Hafenmeister meiner Reise. Also absoluter Luxus. Und den gab es auch nur, weil der Ticketautomat kaputt war. Nun habe ich auch schon zwei mal ohne zu bezahlen einen Hafen verlassen, weil es niemanden gab, der dafür zuständig war. Dafür hatte ich aber auch keinen Zahlencode fürs Bad. Das war verhältnismäßig ausgeglichen.

Nun hatte mich also ein echter Hafenmeister geweckt. Und wie ich auf meiner Exkursion,nach dem Frühstück um Zwölf, feststellte, ist Lysekil auch eine Echte Stadt. Keine Geisterstadt für Touristen so wie Marstrand. Eine kleine Stadt mit einem Hafen, Wohnblocks und echten Einheimischen, die ganz normale Sachen machten. Wie zu Beispiel zwei Polizisten, die mit einem verwahrlosten, betrunkenem Mann lamentierten. Diese Szene hatte für mich, berufsbedingt, so etwas normales und alltägliches, daß ich mich gleich an Zuhause erinnert fühlte. Hier ist es nicht anders als irgendwo sonst auf der Welt, nur felsiger und nasser. Ich glaube wenn man hier lebt, sieht man das Meer und die Schärenlandschaft, von der ich so beeindruckt bin, gar nicht als etwas Besonderes. Es ist nur anders.
Ich will damit nicht sagen, das es sich nicht gelohnt hat hierher zu segeln. Ich will nur sagen, Zuhause ist es auch schön, nur anders. Man sieht es eben nicht mehr so richtig. Es fehlt der Abstand.
Nun ist das sicherlich nichts neues, und ist so, oder so ähnlich, schon oft gesagt worden. Nur bin ich jetzt gerade an dem Punkt angelangt wo ich diesen Abstand erlangt habe und es genau diese Gedanken sind die mich beschäftigen.
Es ist Zeit meinen Abstand langsam zu verringern, denn man kann sich auch an Steinen satt sehen. Jetzt wo ich hier angekommen bin, freue ich mich darauf,wieder Zuhause anzukommen.
Wo alles bestimmt noch etwas schöner ist als hier, eben nur anders.
Und es wird nur deshalb schöner sein als vorher, weil ich hier war.

Der Rückweg

Ich wünsche mir für meinen Weg nach Hause, daß ich in einen Zustand gelange, der sich die letzten Tage schon eingestellt hat. Ich nenne das mal treibenlassen. Lysekil war das Ziel aber der weg dort hin war egal. Oder besser gesagt, es war egal wo ich meine schwimmende Reiseunterkunft festmache. Wenn es dort schön ist, ist es gut, wenn nicht auch egal. Dann fahre ich eben weiter oder Lege sehr früh ab. Oder ich schlafe eben aus und fahre sehr spät los. Denn auch das ist egal, es wird nämlich fast garnicht mehr dunkel.
Bis ich Anfang Juli wieder in Maasholm einlaufe ist mein Reiseziel die Ostsee. Noch ein paar schöne Dinge sehen, noch ein paar nette Menschen treffen, vieleicht auch mal wieder einen echten Hafenmeister. Und noch einmal ausschlafen, so wie heute.

Hej då!

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Eine Antwort zu Zwischenstand

  1. Chris schreibt:

    Mann,Mann…komm grad vom Dienst und freu mich grad sehr,dise Zeilen zu lesen wei sie für mich mein Gedankengut doch arg wiederspiegeln..!
    SCHÖN,das du uns,mich an deiner Exkursion teil haben lässt..!
    Dicker Daumen Hoch und weiterhin viel Spaß,guten Wind am Segel(oder wie das heißt)und weiterhin handbreit wasser unter’m Kiel…. 😉

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