Schwell, as well

Seekrank im Hafen

Seit zwei Tagen bin ich in Glommen eingeweht. Und nun wissen mein Stegnachbar, ein Norweger www.helios.as und ich, warum genau hier wo wir liegen, der Gästhamn also die Gastliegeplätze sind. Hier will keine einheimischer liegen. Der ganze schwell, der sich vom Vorhafen her aufbaut, knallt hier gegen die Boote. Es ist soviel Bewegung im Boot, das mir die Seekrankheit und Migräne, letzteres durch ersteres bedingt, mittlerweile ganz schön zusetzen. Von ein paar Beulen und einer kleinen Schnittverletzung ganz zu schweigen. Das liegt daran, daß das Boot nicht weich pendelt, wie zum Beispiel vor Anker, sondern abrupt von den Leinen gebremst wird. Mein Kopf bewegt sich dann natürlich weiter, autsch. Es ist auch das erste mal, daß mir eine Leine kaputtgescheuert ist. Und das Schlafen fällt dabei ebenfalls schwer, man muß sich irgendwie verkeilen. So schlimm habe ich das im Hafen noch nicht erlebt.

Aber draußen ist es auch nicht besser, im Gegenteil. Der Wind fegt seit Donnerstagfrüh mit mindestens Sechs über uns hinweg. Und die See klatscht gegen den Wellenbrecher des Vorhafens. Regen gab es am Donnerstag bis zum Mittag und heute sporadisch immer mal zwischendurch.

Um an Bord unter den gegebenen Umständen die maximale Bewegungsfreiheit zu erhalten, habe ich im strömenden Regen das Cockpitzelt aufgebaut und @Horst muß als Windschutz von achtern herhalten. Das ganze Konstrukt ist nicht mit einer echten Kuchenbude zu vergleichen, es ist eher von schlabbriger Natur. Aber es tut was es soll.

So habe ich mir eine gemütliche Höhle gebaut die ganz passabel vor Wind und Regen schützt. Ich kann das Schott und die Luke öffnen, ohne gleich die gesamte Gischt des Kattegats im Salon zu haben. Eine Flucht ist unmöglich und umsetzen kann ich das Boot hier auch nicht. Bei dem Wind löse ich nicht eine Leine, solange ich bei Verstand bin. Wenn es nur nicht so fies schaukeln und schlagen würde.

Wenn die Sonne gerade mal scheint, dann gönne ich mir eine Pause an Land. Dann wanke ich über den Schwimmsteg, der genauso schaukelt wie alles andere hier. Dann wanke ich über das feste Land, weil mein Gehirn noch nicht checkt, das es nicht mehr schaukelt. dann setze ich mich auf eine Bank. Und dann…?

dann kehrt langsam Ruhe ein. Dann blicke ich aufs tosende Meer und bin froh nicht da draußen zu sein. Dann bin ich sogar froh in diesem Hafen zu sein. Es ist wirklich angenehm in Glommen. Alle hier sind sehr nett. Die Landschaft ist reizvoll und beim Händler im Ort habe ich die Cuba Cola für mich entdeckt.
Dann gehe ich zufrieden zurück zum Boot und das Geschaukel beginnt von neuem.

20130614-193611.jpg

20130614-193733.jpg

20130614-193837.jpg

20130614-193955.jpg

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Von Unterwegs, Westschwedenreise veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s