Beginn und Ende der Badesaison

Von Kopenhagen bis beinahe nach Femø, wenn ich nicht umgekehrt wäre

Am Dienstag haben die Mereïde, Boot von Evi und Jörg, und ich zeitgleich Kopenhagen verlassen. Mit perfektem Nordwestwind ging es durch die Kogebucht und weiter in die Faksebucht bis in die Stegebucht nach Nyord.
Die Mereïde zog mit ihrem Spinnacker davon. Da konnte ich nicht lange mithalten. Dennoch war diese Fünfzig-Meilen-Etappe die weiteste und schnellste meiner Reise.

Den Tag darauf wollte ich weiter ins Smålandfahrwasser. Es war mir aber zu viel Wind. Eine kürzere Strecke wäre sicher gegangen aber mir steckten auch noch die fünfzig Meilen vom Vortag in den Knochen und keine Lust mir für ein paar Meilen die Mütze nass machen zu lassen.

Heute bin ich dann weitergezogen. Ich durchfuhr die drei Brücken zwischen Sjælland, Møn und Falster. Auf offener See im Smålandsfarvandet war aber der totale Hack. Nach fünf Meilen konnte ich den Kurs nach Westen nicht mehr halten. Der Dirk ist im Masttop abgerissen und der Motor hatte plötzlich einen deutlichen Leistungsabfall.
Nun da ich nicht mehr vorwärts kam, mußte ich umkehren, außerdem machte mir der Motor Sorgen. Wieder zurück durch die Brücke, in den nächsten Hafen. Das war Gäbense. Hier liege ich nun, nach dem ich das Anlegen in die Box auch völlig verkackt habe. Nur einen Hauch, und ich hätte eine Vorleine durch den Ring am Steg bekommen. Aber nein. Mangels führungsleinen hing ich nun an der Reihe der Heckpfähle fest. Zum Glück ist dieser Hafen so gut wie ausgestorben, also keine Schaulustigen.
Ich hatte keine große Lust auf Manöver mit dem Beiboot. Einem einsamen Dänen, den ich auf mich und mein Missgeschick aufmerksam machen konnte, warf ich den Wurfleinensack zu. Er hat Aschanti dann mit dem Bug an den Steg gezogen.

Nun da ich fest lag, mußte ich unter das Boot, die Schraube begutachten, wegen der verminderten Motorleistung.
Also freiwillig gehe ich nicht gerne in das kalte Wasser, aber nun mußte ich ja nun mal da rein. Aber nur mit T-Shirt, das gibt wenigstens die Illusion von Wärme.
Beim Abtasten des Rumpfes, kam ich dem Problem auf die Spur.
Ein dicker Klumpen Seegras und Tang hing in der Schraube. Das war zu beheben.
Nicht nur erleichtert, sondern auch noch erfrischt, kam ich nach einer Weile wieder aus dem Hafenwasser.
Als Dirk muß jetzt die Fockfall herhalten, die ist im Moment über.
Für morgen habe ich einen Tag lang Südwind, damit muß ich es nach Fyn schaffen. Das sind zweiundvierzig Meilen bis Lohals auf Langeland, von hier aus. Wird nochmal ein Ritt.
Aber ich will auch nach Hause, jetzt wo der Ostseeommer so richtig losgeht und es wieder bitterkalt wird.

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Eine Antwort zu Beginn und Ende der Badesaison

  1. hb9fih schreibt:

    Na ja Du machst aber auch lange Schläge für allein.
    Bin eben auch in Gäbense angekommen, aber ich kam aus Klintholm, grad mal 25 sm.
    Das sind so die Distanzen die ich mag 20-35sm, es gab allerdings auch schon solche mit 38 sm. Aber ich bin nicht auf der Flucht, ich will alles geniessen
    LG Erich (on man Show age 67)

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