Montag / Dienstag 8. / 9.9.

Æbelø

Auf Æbelø war ich seit fast drei Jahren nicht mehr obwohl es eines meiner Liebligsziele war und ist. Die Apfelinsel ist eine mehr oder weniger unbewohnter Naturpark, urwäldlich und mystisch.

Die Überfahrt war unangenehm. Eine Front zog über mir hinweg. Nur mit der Fock, zeitweise noch verkleiner, ließ ich mich durch das schlechte Wetter ziehen. Das Schott zur Kajüte war zu und ich hatte den Sicherheitsgurt angelegt.der Wind pfiff und es regnete von hinten ins Cockpit. Es war dann aber doch nicht ganz so schlimm wie es zuerst aussah und bei der Ansteuerung auf die Ostseite der Insel schien schon wieder die Sonne.
IMG_6371.JPGDer Ankerplatz dort ist ideal, aber auch nicht ganz ohne. Durch die Steilküste und die Bäume darüber fegt jegliche Windgeschwindigkeit die aus Westen kommt hoch über dem Boot hinweg. Dafür verwirbelt sich der Wind unterhalb des Schutzes ständig und kommt schwach, aber aus allen Richtungen. Dann ist da noch die Strömung und der Schwell. Deshalb liege ich da dann auch mit gleich drei Ankern dicht an der Küste. Damit halte ich eine genaue Position und kann das Boot zum schwell hin ausrichten.

IMG_6372.JPGAuf der Westseite der Insel gibt es noch Reste eines alten Hafens, und natürlich den obligatorischen Leuchtturm. Hier sind auch riesige Herden von Dammhirschen beheimatet. Wenn man nicht aufpasst, rast eine aufgescheuchtes Rudel dicht an einem vorbei oder man findet ein wie leblos erstarrtes Kitz im Wald.

IMG_6373.JPGAls ich das erste mal auf Æbelø war, stand plötzlich mitten im Wald ein verlassenes Haus. Die Szene wirkte damals irgendwie unheimlich, so wie ein Hexenhaus im Märchen.
Aus einem anderen Blickwinkel sah das Haus viel freundlicher aus, so als ob es lächelte. Ich habe noch ein altes Foto ausgegraben, um zu zeigen was ich meine.
Als ich vor knapp drei Jahren hier war, war schon ein Teil des lächelnden Hauses eingestürzt. Dieses mal ist es nur noch ein Schutthaufen.
Und dann bin ich noch auf die Fredel-Steine gestoßen die an einigen Stellen im Wald rumstehen. Erst dachte ich, hier ist der Hund begraben, aber es ist offenbar hier überall der Hund begraben und immer der gleiche. Also ich habe noch keine Lösung für das Fredel-Stein-Rätsel.

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Dann bin ich ja auch noch ein Freund von skurrilen Bäumen…

IMG_6376.JPG…und „lecker“ Pilzen.

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Die Vertreibung aus dem Paradies folgte dann auch schon in der zweiten Nacht vor Anker. Der Wind drehte weiter nördlich. Das ist soweit nicht schlimm, aber die kleinen Reflexwellen, der Schwell, nahm in der Nacht unheimlich zu. Wenn man im Schlaf geschüttelt wird, wird man wach. Wird man unentwegt geschüttelt, schläft man garnicht erst wieder ein. Dann sehnt man sich den Sonnenaufgang herbei, um endlich wegfahren zu können.

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Sonnenuntergangsbilder sind ja bekanntlich Kitschig. Hierbei handelt es sich aber eindeutig um ein Sonnenaufgangsbild, weil der Betrachter ja nach Osten blickt. Man sieht gleich, das es einen ganz anderen Charme hat. So etwas von Aufbruchsstimmung.

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