Nebel im Großen Belt

Von Ebeltoft nach Omø

Nach meiner dritten Nacht in Ebeltoft bin ich am Nachmittag aufgebrochen und nach Samsø runtergesegelt. Es war der letzte Tag der langanhaltenden Ostwindlage. Im Mårup Vig lag ich übernacht vor Anker, um am frühen Morgen weiter durch den Großen Belt zu fahren. Es würde den ganzen Tag windstill sein.

Noch vor Sonnenaufgang startete ich den Motor und fuhr an der Westküste von Samsø entlang richtung Fyn. Alles war in Nebel getaucht, allerdings hatte ich eine gute Meile Sicht.
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Vor Kolby Kås wurde der Nebel dichter und die Sichtweite verringerte sich auf einige hundert Meter. Ich ankerte ungefähr eine Stunde bis die Sicht wieder mindestens eine Meile betrug.

Dummerweise hatte ich ein wenig weiter draußen gar keine Sicht mehr. An Backbord achterlich hörte ich den Diesel und das Hornsignal eines Schiffes, — einmal lang.

Ich bin erstmal dicht an den Offshore Windpark südlich von Samsø Gefahren. Funk auf Kanal 16 hatte ich mitlaufen und von Zeit zu Zeit habe ich auch selber mal ein Hornsignal abgegeben.
Was aber wirklich hilfreich war, war das Marine Traffic App, das ich auf dem SmartPhone mitlaufen ließ. Ich konnte jetzt die AIS Signale der Berufsschiffe verfolgen. Das ersetzt natürlich kein Radar. Aber ich hatte den Beweis, das es die Samsøfähre war, dessen Schallsignale und Funkgespräche ich hörte und die gerade ein paar Meiten achterlich an mir vorbeizog.

Am Windpark, den ich zu keiner Zeit sehen konnte, war ich sicher vor Schiffsverkehr und bei den Untiefen vor Fynshoved würde ich es auch sein, aber dazwischen mußte ich noch eine Wasserstraße mit Schiffsverkehr passieren.

Am Ende des Windparks machte ich den Motor aus und peilte mit dem Fernglaskompass die Geräusche der Umgebung.
Der Frighter Porsgrunn mußte erst passieren, bevor ich weiterkonnte.
Sein AIS Signal auf meinem Vesseltracker und die akustische Übereinstimmung dazu, die ich peilen konnte, wanderten südlich von mir aus und wurden leiser. Ansonsten war alles still um mich herum und in Milch getaucht.
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Also weiter zu den Untiefen. In der Gegend die ich vor mir hatte waren nur noch Danpilot, eines der Lotsenboote, und ein paar Große Yachten mit AIS-Sendern.
Bei der Einzelgefahrentonne habe ich noch einmal die Maschine gestoppt und abgeschaltet. Nichts war zu hören. Allerdings sah ich nicht nur diese Tonne, sondern auch schon die nächste, eine grüne Tonne. Die Sicht und somit auch meine Lage wurden also besser. Und plötzlich sah ich auch einige Yachten in der nähe und Danpilot flitzte weit im Süden vorbei.

Um eines nochmal klar zu sagen, ich hätte bei dem Nebel wieder unter Land ankern müssen. Ich hatte die Sichtweite und die damit verbundene Gefahr falsch eingeschätzt. Und die AIS Signale sind nur äußerst ungenügende Hilfsmittel und ersetzen kein Radar. Das war absolut unseemännisch, hat aber gut geklappt.

Ich fuhr den ganzen Tag bei schwachem Wind quer durch den Belt. Bei Sprogø passierte ich das erste mal die östliche der Großen Beltbrücken. Hier konnte ich den Windpark dieses mal auch sehen.
Bei Sonnenuntergang querte ich die (Dampfer-) Route T und machte bereits bei Dunkelheit im Hafen auf der Insel Omø fest.

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