Dänemarks Fjorde #04

Haderslev Fjord, das Highlight 

Den Rest der letzten Woche verbrachte ich im Haderslev Fjord. Die ersten zwei Nächte ankerte ich im breiteren Eingangsbereich der Förde hinter einer Landzunge. Den Tag dazwischen habe ich mit intensivem Ankerliegen verbracht, also die vorbeifahrenden Boote beobachtet, mich über vermeidbaren Wellenschlag aufgeregt, ein bisschen Wäsche gewaschen und ansonsten immer wieder beim Hörbuch hören eingepennt. Die drei Fotos, die ich in dieser Zeit geschossen habe, waren detailliert und in dieser Reihenfolge: Sonnenuntergang, Wäscheleine, Sonnenuntergang. 

Vollkommen entschleunigt segelte am übernächsten Tag mit der Fock in den Fjord, der im Verlauf immer mehr an einen Fluss erinnerte. Beim aufholen der zwei Anker habe ich mir dann gleich auch das frischgewaschene Kapuzenshirt mit Schlick eingesaut. Der geschwungene Verlauf des Fjordes, in dem ich an der hügeligen und teils bewaldeten Landschaft vorbei fuhr, bewirkte, daß ich von Zeit zu Zeit den Diesel anschmeißen mußte. In diesen Momenten, war der Wind komplett abgeschattet oder schlug in Gegenrichtung um. Der letzte Teil der Förde ist der Hafen von Haderslev, wobei der alte Industriehafen vollständig in ein Wohn und Freizeit Areal umgestaltet wurde. 

Als ich anlegte bemerkte ich, daß ich genau im Grenzgebiet zweiter Vereine festgemacht hatte. Ich war das Bollwerk des HSC, rechts neben mir nur noch die HSF-Spalter. Jedoch für die Dauer meines Aufenthaltes kam es zu keinerlei bilateralen Konflikten an dieser Demarkationslinie. Ansonsten war es hier am Südufer für einen Stadthafen sehr idyllisch und ein Supermarkt war in Sichtweite.

Die Stadt selber hatte mich zu tiefst beeindruckt. Mit einem historischen, beziehungsweise mittelalterlichen Kern, der in manchen Strassenzügen sogar dörflich anmutete, erinnerten manche später entstandenen Gegenden eher an Berlin, und waren wohl den Einflüssen der Preußenzeit zuzuordnen. Ich war gerne, lange und ausgiebig durch Haderslev geschlendert, hatte mich treibenlassen und die angenehm positive Atmosphäre in mir aufgesogen. Was ich am nächste Tag gleich nocheinmal wiederholte. Manche Orte haben eben das, was andere nie haben werden, so etwas wie Charme, Flairs, Atmosphäre, wie auch immer. Haderslev hat es. Vielleicht trägt hierzu aus der wassersportlichen Sicht auch der enge und abseits gelegene Fjord bei, der mit seiner Geschwindigkeitsbegrenzung, an die sich sogar fast alle halten, zu einer ganz anderen und äußerst unaufgeregten Förden der Ostsee werden läßt. Hier, wo die meisten Boote weit draußen vorbeifahren.

Ich habe am Nachmittag die Leinen gelöst und bin die sieben Meilen aus dem Fjord heraus gefahren. Zurück an den alten Ankerplatz am Ausgang des Fahrwassers, wo ich dann eine weitere Nacht verbrachte. 

Haderslev ist ein Ort, an dem ich in Zukunft nicht mehr einfach so vorbeiziehen kann. Ich werde wiederkommen.

 

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