Das neue Segel 

Fock you…

Es sind nun schon über zwei Jahre, die ich mich mit diesem Projekt befasse. Ich hatte eine Jüttanlage zum Mastlegen vom Schiff aus. Deshalb war an der Vorstag nur ein Fockroller angebracht und die Segel mit Stagreitern an der Stag befestigt gewesen. Doch hier in der Ostsee stelle und lege ich den Mast je einmal pro Saison und das mache ich bequem in der Werft.

 Ich brauchte keine Jüttvorrichtung, ich brauchte ein reffbares Vorsegel. Einreffen ist nämlich mit dem Fockroller nicht möglich. Brieste es auf, hätte ich ständig zu viel Tuch stehen, weil ein Segelwechsel am Fockroller auch nicht so leicht ist. Als Einhandsegler alleine im stampfenden Bugkorb ein schlagendes Segel zu bergen ist mir zu gefährlich gewesen, also musste ich die wachsende Luvgierigkeit mit annähernder Hartruderlage ausgleichen. Aschanti ist topgetakelt, es dominiert das Vorsegel. Statt dessen das Großsegel zu reffen bewirkte noch höheren Ruderdruck. Zu viel Segelfläche, ein total vertrimmtes Boot und keine Möglichkeit daran etwas ändern zu können ist ab Windstärke 5 eine beängstigende Lage, die man dann meistens noch für Stunden aushalten muss. Kurz um, ich will vorne reffen können.

Ich habe mir bereits vor eineinhalb Jahren eine gute, gebrauchte Furlex Rollreffanlage gekauft, aber die Montage war eine logistische Herausforderung. Der Mast musste stehen für den Umbau, und erst danach konnte ich die Segelmaße abnehmen. Ich wollte auch keine weitere Saison warten, brauchte aber auch ein neues, abgestimmtes Segel.

 Ich habe es so gelöst, indem ich im Mai die Fjordtour unternahm und im Anschluss in Kappeln in der Werft die Furlex anbauen ließ. Denn nun hatte ich kein Segel mehr, denn die alten Stagreitersegel sind mit der Furlex Schiene nicht kompatibel. Auch das Vorliekmaß ist knapp zehn Zentimeter kürzer als vorher. Da ich sowieso den Sommer hindurch Dienst hatte, habe ich nun eine neue 16m2 Genuafock für die Rollreffanlage bei Narwal (Polen) nähen lassen. Eine Fock mit leicht über den Mast hinausragendem Schothorn, aber noch nicht so groß wie die Genua. 

Gestern ist das Segel endlich angekommen, morgen fahre ich an die Küste – vier Wochen Probefahrt. Ich werde berichten.

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Eine Antwort zu Das neue Segel 

  1. Arne schreibt:

    Sehr schöner Bericht.
    Maße selber nehmen und Segel bestellen ist einfacher als viele denken!

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