Entlang der Südküste Schwedens

Vor genau einer Woche hatte ich aus Nyord geschrieben. Jetzt liegt das Boot rund 140 Seemeilen weiter östlich in der Bucht der Schäre Tärnö. Nun bin ich im Prinzip am Ziel meiner Reise angekommen, im Südschwedischen Schäregarten von Blekinge. 

Letzten Mittwoch hatte ich abends, als der kräftige Wind der vorherigen zwei Tage nachließ, in Nyord abgelegt und drei Meilen nördlich im Sandvig geankert. Bei Sonnenaufgang brach ich auf richtung Schweden. Mit der Maschiene dieselte ich durch das flache Fahrwasser raus in die Fakse Bucht. Dort setzte ich bei achterlichem Wind den Gennaker. Ich passierte die Ausgänge der zwei Verkehrstrennungsgebiete aus dem Øresund und die Routen der Fähren von Trelleborg bei besten Bedingungen. Nur der Hafen Gislöfsläge bei Trelleborg war gerammelt voll von Booten die der Westwind dort festhielt.

Am folgenden Tag war der Ostwind dann auch da, schlecht für mich, aber es wehte nur schwach. Ich motorte also gegen den Wind In Richtung Ystad. Auf halber Strecke entschloss ich mich weiter östlich nach Käseberga zu fahren. Aber der Wind und der Seegang nahmen weiter draußen in der Bucht vor Ystad deutlich zu und es wurde zu einem unangenehmen Gestampfe. Doch das Gestampfe hatte sich gelohnt. An der Steilküste vor Käsberga befindet sich die Schiffssetzung „Ales Sten“, das Stone Henge von Südschweden. Räucherfisch gab es auch, nur Bornholm konnte ich von hier aus leider nicht sehen.

Wieder brach ich am nächsten Morgen ganz früh auf, nach Simrishamn, sozusagen um die Ecke rum. Erst wehte gar kein Wind und es lag Nebel auf der See, dann am Kap von Sandhammaren kam achterlicher Wind mit ordentlichem Seegang. Nur mit der Fock segelte ich bis zum Hafen von Simrishamn und John Mainard (der Name meiner Selbststeuanlage) mein Steuermann hat sich dabei regelrecht verausgabt. In Simrishamn habe ich Diesel geholt, Eingekauft, Wäsche gewaschen aufgeräumt und mich ausgeruht. Denn den Sonntag habe ich aufgrund von starkem Wind dort verbracht.

Montag lief ich wieder aus, weiter in Richtung Hanö. Bei raumen bis halben Wind segelte ich mit Gennaker und Groß. Dann war der Wind weg, drehte und kam nach zwei Stunden motorfahrt wieder, wieder mal von hinten. Den Gennaker hatte ich bereits eingepackt, also baumte ich die Fock nach Luv aus setzte einen Bullenständer an den Großbaum und segelte als Schmetterling weiter nach Hanö. Einige Meilen vor dem Hanösund nahm Wind und Seegang soweit zu, das ich die in Richtung gezwungene Segelfläche handhabbarer haben wollte, mit ausgebaumten Segeln kann ich nicht sehr schnell reagieren und bei Brandungswelle auf dem Vorschiff turnen, wollte ich auch nicht. Also nahm ich alles weg und ließ mich mit der Fock durch den Sund ziehen. Von Häfen hatte ich genug in letzter Zeit und da es die Möglichkeit gab an der Nordseite von Hanö zu ankern, tat ich das auch. Hier lag ich etwas unruhig im Schwell, aber es sollte in der Nacht abflauen, was auch so war. 

Gestern Morgen steuerte ich meine erste Schäre an. Auf Amwindkurs, beide Segel gerefft, pflügte Aschanti die zehn Meilen  durch die See nach Tärnö, wo ich seit gestern ankere, gut geschützt vom Südostwind. Mit dem Schlauchboot fuhr ich zur Erkundung herrüber zur Insel, ging vom Boot aus zum Baden ins Wasser, kochte mir ein schönes Essen und schlief früh ein.

Und jetzt, also wenn ich diesen Beitrag gepostet habe, werde ich meine Schäre suchen. 

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