Raus auf See und zurück 

Am Montag morgen legte ich in Karön bei Ronneby ab. Es war Tag 20 meiner Reise, Zeit für einen neuen Höhepunkt und zugleich Wendepunkt. Da ich sowieso zurück auf die offene See musste, um das Danziger Gatt zu umfahren, entschloss ich mich dazu bis nach Utklippan durchzuziehen. Es herrschten maximal drei Windstärken dafür aber ein Meter See. Es blieb bei einem Segelversuch, mit Dampf und dem Groß als Stützsegel ging es dafür sehr gut voran. Utklippan ist fünf Meilen weit der Küste vorgelagert, also ein echtes Hochseefeeling. Wenn man Lust hat, kann man sich eines der Ruderrboote nehmen, zur Südinsel Rudern und dort auch gerne auf den Leuchtturm klettern. – Jo, hatte Lust.

Ich bin dann aber auch nur eine Nacht geblieben. Ich wollte mich nich von der, sagen wir mal, Zielstrebigkeit der Segler hier mitreißen lassen, schnelle Boote, lange Schläge, Meilen machen, – nicht meins, jedenfalls im Moment nicht. Was nicht heißt, das ich keine langen Schläge mache, denn zurück muss ich ja irgendwie auch irgendwann. Genaugenommen sogar heute, Utklippan wird der Endpunkt meiner Strecke nach Osten sein. Von hieraus geht es zurück, aber eben langsam.

Heute morgen also, als ich aufstand war der Hafen wie leergefegt, bin ich bei strahlendem Sonnenschein abgesegelt, um die Schären bei Karlskrona von Ost nach West zu befahren. Nach einer halben Stunde war der Wind eingeschlafen und Wolken zogen auf. Wolken waren angesagt Regen auch, das hier war aber eine Gewitterfront. Also alle Segel runter, Motor an, Schotten dicht und in die Offschore-Klamotten. Da kamen auch schon die Fallböhen, gefolgt von Regen. Blitze gab es nur wenige und auch weiter entfernt. Bei der Einfahrt in das Fahrwasser brauchte ich irgend eine Brille, weil der Regen in die Augen stach und ich musste hier gut sehen können. Ich fand eine mit orangen Gläsern. Wow, diese Farben, das trübe Wetter war mit einem Schlag wie ausgewechselt. Ich habe versucht meine psychedelischen Eindrücke in einem der Fotos einmal darzustellen. Ist eben alles eine Frage der Betrachtungsweise. Ich fand auch einen wunderbaren und einsamen Ankerplatz am Fels, auch ohne Brille.Nachtrag: mir ist aufgefallen, dass Utklippan nicht der östlichste Punkt ist, ich liege zur Zeit sogar noch weiter östlich. Aber es ist eben der exponierteste Punkt der Reise, und markiert deshalb den Wendepunkt.

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