Westwärts weiter

Ich hänge wieder am Fels der Schäre Bockö. Hier war ich vor zwei Wochen schon einmal, allerdings ein Haken weiter links. Grob umrissen habe ich mich in den letzten Tagen den Ostfjord und den Westfjord vor Karlskrona befahren und bin gestern einen längeren Schlag hierher zurückgesegelt . Im Großen und Ganzen bin ich vor der Küste von Blekinge soetwas wie eine Acht gefahren.

Von der Schäre Ytterön/Hästholmen hatte ich vor gut einer Woche zuletzt geschrieben. Auf den heute miteinander verbundenen Inseln Ytterön und Hästholmen konnte ich weit bis an das  südliche Ende wandern, von wo aus man weit draußen Utklippan sehen konnte. Das heißt, erst einmal musste ich mich aus dem Dickicht des Naturreservates herausschlagen, in dem Aschanti lag, um an die öffentlichen Wege zu gelangen.Nach zwei Nächten verlegte ich den Ankerplatz einen Fjord weiter, in die östliche Bucht der Schäre Ornö, die diesesmal wiederum unbewohnt war. Gut geschützt wartete ich hier einen Tag mit Starkwind und starken Böen ab, blieb hier demnach also auch zwei Nächte.Tags darauf machte ich in der Stadsmarina von Karlskrona fest. Karlskrona ist eine militärhistorisch geprägte Stadt wovon auch vieles im Marinemuseum dieser Stadt zeugt. Das gesamte Stadtzentrum ist auf mehrere Schäreninseln verteilt, und die Atmosphäre war hier insgesamt sehr angenehm. Was mir aber am aller meisten gefallen hatte war das großzügige, moderne und saubere Servicehaus mit je drei Miele Waschmaschinen und Trockenern. Sauna wäre auch möglich gewesen, ist aber nicht so meins, und alles inklusive des Hafengeldes. Einen Lidl gab es auch in der Nähe. Bei Lidl gibt es in Schweden sogar H-Milch, sehr wichtig für Puddingliebhaber wie mich. Nach dem Waschtag gab es dann noch den Museumstag bei strömendem Regen, gutes Timing. Montag mittag verließ ich Karlskrona nach zwei Übernachtungen und übergab mich meinen leicht klaustophobischen Gefühlen, die darin bestanden, die Schwingbrücke von Hasslö ersteinmal passieren zu müssen. Hierzu musste ich den Brückenmeister von ganz Schweden in seiner Zenrale anrufen. Hej, schwing-dein-Ding! wird hier wohl nicht ausreichen. Also ein Anruf in englischer Sprache und siehe da, nach fünfundvierzig Minuten, nämlich genau zur vollen Stunde, swingte der Brückenmeister nur für mich. Einen Ankerplatz fand ich danach in den Seegraswiesen nördlich von Arpö im Hästholmsfjärden, wo das Gras das Loten der Tiefe hier im Flachwasser völlig unmöglich macht. Gestern bin ich dann morgens weitergesegelt. Herrlich, bei  gut drei Windstärken auf halbem Wind weit draußen vor der Küste waren es nahezu perfekte Segelstunden. Im Cockpit liegen, Hörbuch hören und laufenlassen. Nachdem ich das Boot hier vor Bockö wieder an den Stein verholt hatte war erst einmal Schwimmen angesagt, dabei habe ich auch gleich das restliche Seegras von Arpö aus der Schraube zuppeln können. Abends dann den Sonnenuntergang bei Schokoladenpudding genießen, was will ich eigentlich mehr.

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