Auf dem Rückweg

Letzten Donnerstag habe ich die Leine von der letzten Schäre gelöst, an der ich geankert hatte. Mit maschienenkraft stampfte ich bei lauem Südwind gegen knapp einen Meter hohe alte See, mit dem Ergebnis, das es mir flau im Magen wurde. Vorsichtshalber hatte noch nicht gefrühstückt und die elf Seemeilen bis Hanö war es zu ertragen. Auf dem Weg sichtete ich noch einen Gegenstand auf dem Wasser treibend. Nach näherer Betrachtung war eine Rettung nicht erforderlich und eine Bergung des Havaristen aufgrund meiner Seekrankheit nicht möglich. Statt dessen hatte ich noch einen schönen restlichen Tag auf Hanö verbracht und nette Gespräche mit den anderen Chrews im Hafen.Die nächste Etappe waren die zweiunddreißig Meilen nach Simrishamn. Die Strecke war eher durchwachsen, mal ausreichend Wind mal zu wenig und mein Versuch mit dem Gennacker zu kneifen scheiterte. Beim Bergen fiel er auch noch ins Wasser, so dass er im Hafen trocknen musste. Mein nächstes Ziel war nicht so weit entfernt. Für die achtzehn Meilen bis Kåseberga reichte die Fock aus. Sie zog mich bei achterlichem Wind bis zum Kap bei Sandhammaren. Danach wurde die See ruhiger und ich genoss die Fahrt bis Kåseberga auch ohne ein weiteres Segel zu setzen. Der Hafen war so gut wie leer, es gab keinen Hafenmeister und der Zahlautomat war defekt, wie unangenehm nicht bezahlen zu können. Dafür gab es Strom und Wasser, den Code für den Duschraum hatte ich noch vom letzten Mal und der Fischladen hatte auch noch offen. Aber der Grund weshalb ich hier unbedingt wieder herkommen musste, war diese schöne Landschaft.Sonntag segelte ich mit halbwindkurs weiter richtung Westen. Nach zehn Meilen schlief der Wind wieder ein und kam dann auch noch von Westen her zurück. Das war so nicht angesagt. Es war erst einmal problemlos möglich gegen den Wind zu motoren nur die letzten Zehn der insgesamt Vierzig Meilen an diesem Tag waren ruppig, weil der Wind noch zunahm und sich eine Welle aufbaute. Vor mir lag der Falsterbro Kanal, bei dem ich mir, trotz genauer Recherchen, nicht so richtig sicher war, wie die Durchfahrt abläuft. Auf der Südseite gab es auch keine richtigen Anlegemöglichkeiten. Glücklicherweise lief noch ein Schwedischer Segler in den Kanal ein und ich folgte ihm in seinem Kielwasser. An der nördlichen Ausfahrt war ein Hafen und aus dem Öresund kam schon ein beachtliches Wetter herangerauscht.Im Falsterbro Kanal, im Hafen Höllvig mit Blick auf die Öresundbrücke da liege ich jetzt, eingeweht, voraussichtlich bis morgen noch. Ich habe Zeit zum Aufräumen, Umstauen und Schreiben, die Fliegengitter habe ich eingepackt und die Heizung ausgepackt. Und irgendwo war doch die Dänische Gastlandflagge, denn von hier aus sind es nur noch fünfundzwanzig Meilen bis Kopenhagen.

 

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